Der Bau

Was muss sich der Täter gem. § 22 Strafgesetzbuch sagen, um wegen Versuchs bestraft zu werden?
Ist doch klar: "Jetzt geht's los."

Bei uns sollte es aber nicht beim Versuch bleiben. Deshalb legten wir uns mächtig ins Zeug. Leider kam es gleich am ersten Tag zum Eklat. Nachdem schon den ganzen Tag gebaggert wurde und nun schließlich der Tiefbereich dran sein sollte, trat plötzlich Schichtenwasser aus den Wänden heraus. Es dauerte nicht lang und die aufgeweichten Wände stürzten ca. einen Meter hoch ein. Das Resultat war ein schön gestalteter Flachwasserbereich und eine tiefe Matschgrube.
Was tun? Die eigentliche Variante der Erdmodellierung funktionierte jetzt nicht mehr. Also erst einmal überlegen.
Nach ein paar Tagen dann die Entscheidung: Es wird betoniert!!!
Alle Finanzpläne waren über den Haufen geworfen. Letztendlich musste die Sauna dran glauben. Also frohen Mutes weiter.

Eine Woche später wurde noch einmal ein Bagger bestellt (dieses Mal ein Männerbagger!!!). Die ganze Grube wurde vergrößert, um Arbeitsraum zu schaffen. Im gleichen Atemzug stützten wir die Erdwände mit einer Schalung ab, die gleichzeitig zum Betonieren diente. Nach einer Lage Unterbeton konnten wir die Ober- und Unterbewehrung legen. Zur Verbindung der aufstehenden Wände mit der Sohle wurden ca. 150 Winkel aus Torstahl gebogen und eingelegt. Am nächsten Tag wurde dann die Sohle betoniert.
Es folgten die Wände aus 24 er Schalungssteinen. Insgesamt 780 Meter Torstahl wurden als Bewehrung eingebaut. Es soll ja schließlich halten. Als die Wände ausbetoniert waren, konnten wir wieder durchatmen. Die größten Sorgen waren vorbei.

Jetzt stand das Verfüllen der Arbeitsräume auf dem Programm. Der Umfang des Beckens beträgt gut 35 Meter. Bei der Höhe von 1,6 Meter und eineinhalb Meter Breite hatten wir also ungefähr 80 Kubikmeter Erde anzufüllen und zu verdichten. Und das alles mit der Schubkarre. Nicht zuletzt wegen des ständigen Regens zog sich diese Arbeit über sechs Wochen. Zu allem Übel kippte unserem Bekannten beim Abladen des Anfüllbodens der Anhänger um. Steht der Bau etwa unter einem schlechten Stern?

Aber dann kam die Folie. Im Becken grün, der Flachwasserbereich grau. Hier hat Fa. Mielke aus Porta Westfalica ganze Arbeit geleistet. Alle Teilstücke passten wie die Faust auf's Auge und es wurde zweige Tage in glühender Hitze geschweißt.

Jetzt konnten relativ wetterunabhängig die Basaltblockstufen eingesetzt werden. Die 180 Kilogramm schweren Blöcke trugen wir mit drei Mann an ihre Stelle. Ganz ohne Verletzungen ging es aber nicht ab. Ein gequtschter Finger bei mir und eine Woche Krankenhaus für meinen Schwager. Der hat's gut, eine Woche ausruhen!!!!!
Es folgten die Beckenrandabdeckung aus Bangkirai und mehr als 50 Tonnen Kies. Und weil es so viel Spaß gemacht hat, auch wieder mit der Schubkarre.

Nun sah der Teich aber schon nach etwas aus.

Die nächsten Arbeiten waren die über das Wasser ragende Bangkirai-Holzterrasse und ungefähr 40 Meter Natursteinmauer.
 Ich weiß gar nicht, wie wir das alles hinbekommen haben.
Größtes Problem waren jetzt noch die 200 Kilogramm schweren Trittsteine. Über diese sollte man trockenen Fußes von der Pumpenkammer zur Holzterrasse "schweben" können. Auf Grund ihres Formates waren sie nicht zu tragen. So besorgte ich mir einen Teleskoplader mit 10 Meter Auslage. Damit war es ein Kinderspiel.

Jetzt wurde gepflanzt und der Sommer war vorbei. Einige Restarbeiten am übrigen Garten stehen noch an, aber die bekommen wir auch noch hin. Alles was uns im Moment bleibt ist die Hoffnung auf einen Supersommer 2008.




copyright by Björn Fiedler 2007